Protest
Ein von Nebel umhüllter Gipfel
veröffentlicht von Lou Antoinette Godvliet am 12.01.2016 unter Protest
Das Klimaabkommen von Paris Anfang Dezember 2015 setzt sich eine Erderwärmung von lediglich 1,5 Grad als Ziel. Die Senkung der Treibhausgas-Emissionen soll unsere Welt retten. Ein schwammig formulierter Vertrag mit vielen Kritikern soll also im Jahre 2020 in Kraft treten - sofern bis dahin 55 Staaten, die 55% der Emissionen ausmachen, diesen ratifizieren.
Das benannte Ziel scheint jedoch nahezu utopisch, da es eine sofortige und radikale Veränderung der globalen Wirtschaftsweise erforderlich macht. Würden alle beteiligten Länder die Klimaschutzvorgaben erfüllen, die sie vor dem Gipfel veröffentlichten, würde die Erwärmung unter 3 Grad gehalten werden.

Die "Dekarbonisierung" (der vollkommene Verzicht auf fossile Brennstoffe bis zum Ende des Jahrhunderts) schaffte es nicht mal in abgeschwächter Version in den Vertrag, da sich Schwellenländer wie Indien und China, deren Wirtschaft stark von der Kohle abhängig ist, querstellten. Alle Staaten sollen sich bemühen "so schnell wie möglich" die Treibhausgas Emissionen zumindest nicht mehr ansteigen zu lassen, ein klares Datum der globalen Verpflichtung fehlt. Mit Rücksicht auf die Schwellen- und Entwicklungsländer muss die Reduktion der Emissionen jedoch mit wirtschaftlicher Entwicklung und Armutsbekämpfung vereinbart erfolgen.

Immerhin steht eine regelmäßige Kontrolle und Erhöhung der Ziele fest im Vertrag. Ab 2023 sollen so unabhängige Experten alle fünf Jahre die Einhaltung der Zusagen von den entsprechenden Ländern überprüfen. Unklar ist hingegen, wie sich die Emissionsziele der einzelnen Länder vergleichen lassen, da der Vertrag den Schwellen- und Entwicklungsländern eine erhebliche Flexibilität zuspricht, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass jene das Abkommen akzeptieren steigt, den Nutzen der Prüfmechanismen jedoch zugleich senkt.

Kritisch ist auch, dass die Industrieländer anscheinend für den Klimawandel zahlen sollen, indem sie den Entwicklungsstaaten finanzielle Zusagen tätigen müssen. Die Bekämpfung des Klimawandels und die Anpassung an dessen Folgen soll unterstützt werden. Konkrete Zahlen sind im Vertrag nicht enthalten, nur ein Mindestbetrag von 100 Millionen Dollar Hilfen pro Jahr. Die Schwellenländer können sich dann freiwillig an der finanziellen Unterstützung beteiligen.

Die Chancen des Vertrages werden gut eingeschätzt, da er als definiert, fair und völkerrechtlich bindend deklariert wird, sein in Kraft treten ist dabei noch unklar. Insgesamt ist es offensichtlich, dass ein Klimaabkommen erforderlich ist, um unsere Welt zu schützen bzw. zu entlasten und somit das Leben der folgenden Generationen zu sichern, allerdings erscheinen die einzelnen Aspekte eher finanziell und wirtschaftlich orientiert ausgehandelt mit großem Einfluss der Vetorechte zum Erreichen eines utopischen Zieles. Auch die Kontrollen werden nicht ehrlich verlaufen und im Endeffekt stehen die Industrieländer als Schuldner des Klimawandels (wenn auch nicht wörtlich im Vertrag niedergeschrieben) dar.
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