Später
"Was stinkt denn hier so?"
veröffentlicht von Isabel Sänger am 19.01.2012 unter Später
In der Nacht von Montag auf Dienstag hat es in der Wuppertaler Universität gebrannt. Eine Betroffene erzählt, wie sie den Brand erlebt hat und welche Auswirkungen er für sie und andere Studenten hat.
„Was stinkt hier denn so?“

Dienstagmorgen um 7.55 Uhr kam ich in der Uni in Gebäude I an und fragte mich die ganze Zeit, was denn hier so stinkt. Im Aufzug, auf den Gängen, überall roch es verbrannt und ätzend. Auf Ebene 13 roch es am schlimmsten, doch auch auf den an anderen Eben roch es noch.

9.30 Uhr, Sportmensa. Mein Dozent kam zu mir und sagte: „Isa es hat heute Nacht in der Druckereiwerkstatt gebrannt und durch das Lüften ist dein Bild abgefallen. Es liegt bei mir im Büro, kannst du dir ja gleich abholen.“

Dann war die Panik groß. Was war in der Nacht von Montag auf Dienstag passiert, was ist zu Schaden gekommen? Ich traf andere Kommilitonen und hörte die ganze Geschichte. In der Nacht um 3.25 Uhr rückte die Feuerwehr aus, weil mindestens zwanzig Rauchmelder Signal gaben. Der Erste vor Ort war ein Wachmann unserer Uni.

Ein Glück dass er gekommen war, da einer unserer motivierten Erstis noch in dem Atelier war. Er war wohl eingenickt und das Maleratelier war schon voll mit Qualm. Ihm ist nichts passiert, aber er hatte Glück im Unglück - der Brand ist im linken Teil entstanden und hat einigen Schaden angerichtet. Abgaben wurden völlig zerstört und auch alle Utensilien sind nicht mehr zu gebrauchen, da sich giftige Stoffe entwickelt haben die dazu führen, dass wir wahrscheinlich nichts mehr davon holen dürfen. Es ist auch nicht geklärt ob Werke die „nur“ leicht mit Ruß bedeckt sind, mitgenommen werden dürfen, oder ob sie auf einem Sondermüll landen.


Wir haben kein „zu Hause“ mehr

Da das Atelier und die Druckereiwerkstatt sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, die Renovierung und neue Möblierung einige Wochen in Anspruch nehmen, sind einige Studierende ohne Räumlichkeiten zum Malen oder anders praktisch zu Arbeiten. Auch Seminare und Kolloquien müssen in Notlösungen stattfinden.

„Die Notlösungen sind zwar schön und gut, aber es bringt auch nicht viel, wenn unsere ganzen Farben, Keilrahmen, Pinsel etc. im Atelier sind, wo wir nicht dran können, weil es gesperrt wurde.“, sagt Niklas Kutschnik ein Student im Fachbereich Kunst, dessen Heimat das Atelier war. „Ich kann ja jetzt lesen, ich glaube mir wird sehr langweilig...“

Viele andere sind auch davon betroffen, teilweise durch die fehlende Räumlichkeit oder durch Materialien oder Werke, die den Brand nicht überlebt haben.

Im Laufe des Tages sah ich viele betroffene Gesichter und auch mich betrifft das Ganze, da ich im Trockner, der in der Werkstatt stand, noch einige Werke liegen hatte. Ich hoffe, dass noch etwas durchgekommen ist, aber ich habe keine große Hoffnung, dass noch etwas Brauchbares dabei ist.

Froh bin ich nur, dass keinem von unserem Fachbereich etwas passiert ist, obwohl der Verlust schon sehr hart ist.


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