Körperkult
Zufriedenheit und Weiterentwicklung beim WSV
veröffentlicht von Kim Tholl am 10.02.2016 unter Körperkult
„Völlig losgelöst von der bisherigen Punkteausbeute sind wir mit dem Saisonverlauf zufrieden“, beschreibt Trainer Stefan Vollmerhausen die aktuelle Lage des Wuppertaler SV.
Der Wuppertaler Fünftligist ist Tabellenführer der Oberliga Niederrhein und hat zur Winterpause drei Punkte Vorsprung auf den direkten Verfolger Schonnebeck. „Wir haben allerdings auch in vielen Bereichen noch Luft nach oben.“ Dabei bezieht sich der Übungsleiter wohl vor allem auf die Art und Weise, wie sein Team Fußball spielt.

Denn mit derzeit nur 16 kassierten und 40 erzielten Treffern stellt der Wuppertaler Oberligist sowohl die beste Defensive als auch die beste Offensive der Liga. „Gerade das Lösen von verschiedenen Spielsituationen ist für unsere jungen Spieler ein Schwerpunkt in den nächsten Monaten. Ebenso wollen wir bei Defensivstandards stabiler werden. Da haben wir noch eine ganze Menge zu tun.“ Sein persönliches Highlight sei bisher die stetige Weiterentwicklung der Mannschaft gewesen - Sowohl charakterlich als auch spieltaktisch.

Um sich optimal auf die restlichen Saisonspiele bis Anfang Juni vorzubereiten, flog das Oberligateam im Januar zusammen mit den U19-Bundesligisten des Wuppertaler SV ins türkische Kemer. Finanziert wurde das Trainingslager von Sponsoren und der WSV-Losaktion, bei der die Fans die Chance hatten, den WSV dorthin zu begleiten. Einzig Stürmer Marvin Ellmann musste aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen in Wuppertal bleiben. Nach einer Woche mit täglich zwei intensiven Trainingseinheiten fühlt sich der Wuppertaler SV nun für die anstehenden Aufgaben gut gerüstet. Mit in Kemer waren auch die sechs externen Neuzugänge des Oberligisten.

„Die Neuverpflichtungen waren unumgänglich, da unser Kader zu dünn war“, rechtfertigt der WSV-Coach die Verpflichtungen von Sebastian Wickl (24, Torwart), Emre Bayrak (19, Verteidigung), Cihan Kaptan (26, Verteidigung), Daniel Grebe (28, Mittelfeld), Aleksandar Pranjes (25, Mittelfeld) und Bilal Abdallah (20, Sturm). „Wir hatten in der Hinrunde aufgrund von Verletzungen teilweise vier bis fünf U19-Spieler im Kader. Alle Neuverpflichtungen sind sowohl charakterlich als auch sportlich wohl überlegt. Manuel Bölstler hat nicht nur da sehr gute Arbeit geleistet.“

In der Tat sprechen die bisherigen Testspielergebnisse für den Tabellenführer der Oberliga Niederrhein. Auf ein 2:2 gegen den Regionalligisten RW Essen folgten im Trainingslager ein 4:0 gegen die eigene U19, ein 1:0 gegen Oberligist Bischofswerdaer (beide in Kemer) sowie ein 3:1 bei TuS Ennepetal (Oberliga) und ein 1:0 gegen Arminia Bielefeld II (ebenfalls Oberliga). Einen bisher guten Eindruck hinterließen die Neuzugänge Pranjes und Grebe, sowie Kapitän Gaetano Manno und der formstarke Ercan Aydogmus.

Die Frage, ob die sechs Neuzugänge, denen mit Marvin Schurig, Lukas Arentz und Robert Csaki zdrei Abgänge gegenüber stehen, eventuell – wie in den vergangenen Jahren – eher Unruhe in die Mannschaft bringen oder sich am Ende der Saison als Flop herausstellen würden, blockt der Coach sofort ab. „Die Vergangenheit interessiert uns nicht. Die Mannschaft ist intakt und wird keine Unruhe zulassen.“ Von außen betrachtet kann man dem nur zustimmen. In dieser Saison wirkt das Verhältnis innerhalb der Mannschaft wesentlich gefestigter und auch das Umfeld scheint Vertrauen in die Mannschaft und das Trainerteam zu haben. Auch der Bezug zu den Fans wurde im Vergleich zu den letzten Jahren intensiviert.

Ob es in diesem Jahr dann doch endlich mit dem Aufstieg klappt? „Der Aufstieg wurde von der sportlichen Leitung nie als Ziel für diese Saison genannt. Wir wollen in der Rückrunde weiter daran arbeiten, eine Mannschaft zu entwickeln, mit der sich Stadt und Fans identifizieren“, sagt Vollmerhausen - wohlwissend, dass die Erwartungen an den Herbstmeister und Tabellenführer der Winterpause hoch sind und sich wohl jeder in Wuppertal den Aufstieg wünscht. Er ist sich aber trotzdem sicher: „Der Druck liegt nicht bei uns.“

Vielmehr liege er bei den Verfolgern des Spitzenreiters. Einer der größten Konkurrenten um den Aufstieg ist der KFC Uerdingen. „Die Rückrunde wird, auch aufgrund von einigen englischen Wochen, sicherlich sehr intensiv. Wir wollen vor allem gut starten und dann von Spiel zu Spiel schauen. Ich denke, dass es spannend bleibt.“

Der Ligastart hat es bereits in sich: Zuerst gastieren mit dem SV Hönnepel-Niedermörmter und dem 1. FC Mönchengladbach zwei vermeintlich leichte Gegner aus dem Tabellenkeller im Stadion am Zoo. Direkt danach kommt es aber dann zum direkten Aufeinandertreffen mit dem KFC Uerdingen in der Krefelder Grotenburg und eine Woche später zum Heimspiel gegen den aktuell Zweitplatzierten SpVg Schonnebeck. Dazu kommt noch unter der Woche das Pokalhalbfinale gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen - für den Wuppertaler SV also relativ zeitnah richtungsweisende Partien.

Ein Handicap in dieser Phase könnte eine mögliche Verbandsstrafe wegen des Vorfalls im Pokalviertelfinale bei ETB Schwarz-Weiß Essen werden, als Vollmerhausen während des Spiels eine nicht nur verbale Auseinandersetzung mit dem gegnerischen Kapitän Michalsky hatte. „Ich habe einen Fehler gemacht, für den ich mich entschuldigt habe und den ich verantworten muss. Das, was aber in der Presse daraus gemacht wurde, steht trotzdem in keiner Relation. Letztlich habe ich aus dieser Sache viel gelernt und bin froh zu wissen, dass der Vorstand, die sportliche Leitung und die Mannschaft komplett hinter mir stehen.“

In welchem Ausmaß Stefan Vollmerhausen für sein Vergehen bestraft wird, steht noch immer nicht fest. Ein Termin Anfang Februar wurde kurzfristig abgesagt. Es bleibt zu hoffen, dass der Coach nicht allzu hart bestraft wird, weil es sein erstes Fehlverhalten war. Dem sportlichen Wettkampf in der Oberliga Niederrhein wäre es zu wünschen, damit es spannend bleibt – Mit einem hoffentlich guten Ausgang für den Wuppertaler SV.
Foto: rot-blau.com
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